- Dr. Beat Richner, Kantha
Bopha Children's Hospital
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Phnom Penh/Siem Reap Angkor, 14.2.2005
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- Herr
Roland Jeanneret,
- Medienverantwortlicher
der Glueckskette...
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- .....Sie sind nicht oder
falsch informiert...leider..zum tragischen Leidwesen
Abertausender von Kindern.
- Im Tages Anzeiger vom
14.Januar 2005 behaupten Sie faktisch, unsere Stiftung
haette genug Geld wegen meiner Popularitaet durch den
Titel "Schweizer des Jahres 2002". Diesen Titel
erlangte ich in der Tat, damals zur grossen
Ueberraschung aller Anwesenden im Hallenstadion,
vorallem zur grossen Ueberraschung aller anwesenden
Medienschaffenden. Ich erhielt ihn damals nach 11
Jahre dauernder Arbeit in Kambodscha. An dieser Stelle
sei der Schweizer Bevoelkerung nochmals herzlich fuer
diese Anerkennung gedankt. Einen signifikanten Anstieg
hat dieser Titel im Spendenfluss aber nicht gebracht.
Stets reicht das Geld fuer die running costs nur vier
Monate im Voraus. Fuer mich ein enormer Alptraum. Eine
zusaetzliche Belastung in einem ohnehin schwierigen
,oft schwer ertraeglichen Umfeld.
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- Die fatale Flutkatastrophe
hat es nun gebracht, dass ab 28.Dezember 2004 die
Spenden fuer Kantha Boppha in der Tat im Vergleich zu
den beiden Vorjahren um 30% eingebrochen sind. In
unserer 13 jaehrigen Geschichte sind jeweils die
letzten Tage des Jahres und die ersten Tage des Neuen
Jahres die spendenreichsten Tage ueberhaupt. Die
Einbusse betraegt 1,8 Millionen SFR!
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- Das ist klar, dass die
Spenden der Glueckskette ,zweckgebunden fuer die
Betroffenen von TSUNAMI , nur fuer die Betroffenen von
TSUNAMI sind. Ich betone, nur fuer die Betroffenen!
Sie sprechen nun auch von der ZEWO, dem Guetesiegel
der ZEWO. Unsere Stiftung trage dieses Guetesiegel
nicht, das sei auch ein Grund, warum Kantha Bopha kein
Geld von der Glueckskette erhalte.
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- Aus verschiedenen Gruenden
hat sich unsere Stiftung wiederholt dagegen
ausgesprochen, Mitglied der ZEWO werden zu wollen. Wir
koennen uns nicht an einen von der ZEWO auferlegten
Spendenkalender halten, zum Beispiel. Mit dem Geld der
geforderten, jedoch fraglichen Mitgliederbeitraege an
die ZEWO, koennen wir ueberdies 100 Leben
schwerkranker Kinder retten, u.s.w.
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- Erlauben Sie mir nun aber in
diesem Zusammenhang, meine grossen Zweifel an dem
Guetesiegel der ZEWO aussprechen zu duerfen.
Organisationen mit ZEWO Guetesiegel, die ich im
Verlaufe der vergangenen 13 Jahre hier in Kambodscha
arbeiten gesehen habe, brauchen 20% bis 30% des Geldes
fuer Administratives in Europa und vom Geld, das ins
Land fliesst, bis 85% fuer die Salaere der eigenen,
nicht kambodschanischen Mitarbeiter. Unsere
Adminstrativkosten liegen bei 5,75%, beglaubigt von
PricewaterhouseCoopers. 35% gehen an die Salaere der
1540 kambodschanischen Mitarbeiter ( nur noch 2
auslaendische permanente Mitarbeiter) , 40 % an die
Medikamente und 19,25% an die medizinischen
Materialen. Mit diesem Jahres Budget von 20 Millionen
SFR behandeln wir 750 000 kranke Kinder ambulant, 70
000 schwerkranke Kinder stationaer (wovon 16 000 mit
chirurgischen Eingriffen). In der Maternite, zur
Verhinderung der Uebertragung von AIDS von der Mutter
aufs Kind, erfolgen monatlich 850 Geburten, in den
beiden Impfzentren erfolgen 100 000
Impfungen.
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- Ich lade Sie ein , Herr
Jeanneret, Kantha Bopha in Kambodscha anzusehen, den
Effizienzkoeffizienten zu studieren, und nachher die
ZEWO und die in der Glueckskette vereinten
Hilfsorganisationen mit ZEWO Guetesiegel darueber zu
informieren. Es ist unsere Arbeit, die zum Titel
"Schweizer des Jahres 2002" gefuehrt hat. Und diese
Arbeit ist nur moeglich dank der Spenden, die 90%
unseres Geldes ausmachen. Ohne diese Spenden wuerden
in Kambodscha jaehrlich 60 000 Kinder sterben. Nun
sind diese Spenden eingebrochen. Herr Jeanneret,
informieren Sie sich, bevor Sie diese schwerwiegenden,
verantwortungslosen und folgenreiche Aeusserungen,
Kantha Bopha haette genug Geld wegen meiner
Popularitaet, weiterhin in der Oeffentlichkeit
streuen. Nein, es fehlt an Geld.
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- Dr. Beat
Richner
- PC
80-60699-1
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